Im Vorfeld der Taufe sollte eine Taufkerze von Ihnen besorgt werden. Möglichkeit hierfür gibt es in vielen Kerzenläden (z.B. bei Klöster und Wallfahrtsorten - Walldürn) oder in einem Bastelgeschäft.
In den letzten Jahren verwendeten wir gerne die Taufkerze weiter bei der Feier der Erstkommunion, um so die Beziehung zwischen Taufe und Erstkommunion über dieses Symbol herzustellen. Hierfür wäre eine schmale und längliche Kerze geeigneter als eine kleine Stumpenkerze.
Sehr gerne kann die Taufkerze auch selbst gestaltet werden. Was z.B. für die Patin oder den Paten eine innere Vorbereitung auf die Taufe sein kann.
Wie wird eine Kerze zur Taufkerze?
Auf der Kerze sollte zu sehen sein:
- der Name des Kindes
- das Taufdatum
- ein Taufsymbol
Die Kerze
Weil das Licht und die Sonne, ebenso wie das Wasser, grundlegend für alles Leben auf unserer Erde ist, wird das Licht wird in fast allen Religionen mit dem Göttlichen in Verbindung gebracht oder sogar ihm gleichgesetzt.
Neben der Sonne, die uns Licht und Wärme schenkt, haben die Menschen gelernt in kleinem Maße die Dunkelheit zu erhellen. Bevor es das elektrische Licht gab, war der Schein einer Kerze eine Möglichkeit Licht ins Dunkel zu bringen.
In den Gottesdiensten spielt die Kerze eine wichtige Rolle. Sie ist mehr als nur eine Lichtquelle. Wenn wir eine Kerze beobachten, wird deutlich, wie die Kerze weniger wird, sie verzehrt sich und gibt von ihrer eigenen Substanz und schenkt Wärme und Licht.
Die Christen sehen Jesus als das „Licht der Welt“
(Joh 8,12), weil an ihm das „Grundgesetz des Lebens“ besonders klar wird: „Wer sein Leben zu retten sucht, wird es verlieren. Aber wer sein Leben hingibt, der wird es gewinnen.“
Jesus aber hat alle Menschen aufgerufen, ihr Lebenslicht strahlen zu lassen: „Ihr seid das Licht der Welt. Man zündet nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.“
(Mt 5,14a.15)
Die Taufkerze sagt also:
Wer Christus folgt, der sitzt nicht im Dunkeln, sondern wird das Licht des Lebens haben. Wie die Kerze sollen wir unser Leben gestalten. Als Christen sollen wir unser Licht ausstrahlen, und Kraft und Zeit für andere verschenken.
Die Taufkerze begleitet den Täufling auf seinem weiteren Lebensweg. In den verschiedensten Lebenssituationen kann sie deshalb auch angezündet werden. Z. B. wenn es einem sehr schlecht geht und man vor lauter Dunkelheit kein Weg mehr sieht oder eine Krankheit das Leben schwer macht. In solchen Momenten kann das kleine Licht der Taufkerze ein Funke Hoffnung sein, dass wir durch die Taufe ganz eng mit Jesus Christus verbunden sind.
Die Taufkerze kann aber ebenso an feierlichen Ereignissen angezündet werden. In unserer Seelsorgeeinheit tragen die Kinder bei der Erstkommunion ihre Taufkerze, um an diesem Tag sich noch einmal an die eigene Taufe zu erinnern und zeigen so die Verbindung von Taufe und Kommunion – Gemeinschaft mit Jesus Christus.
Es ist daher ratsam, wenn die Taufkerze eine etwas längere Kerze ist, die die Kinder später gut tragen können.
Der Name
Der Name spielt eine ganz wichtige Rolle, denn mit dem Namen werden wir für andere ansprechbar. Wir sind keine Sache oder Nummer, sondern unser Name ist Ausdruck unserer menschlichen Würde und Persönlichkeit. Durch den Namen werden wir unverwechselbar. Eltern die einen Namen für ihre Kinder aussuchen, wollen ihrem Kind etwas mit auf ihren Lebensweg geben. Wir kennen von anderen Völkern, bei denen die Jugendlichen, die sich bewährt haben, einen neuen Namen für ihr Leben als Erwachsener bekommen. Ein Name, der ausdrückt, was diesen Menschen besonders auszeichnet und einzigartig macht.
Bei der Taufe wird ein Mensch mit seinem Namen angeredet. Vor Gott wird die Würde und Persönlichkeit des Einzelnen geachtet. Zugleich wird der Täufling auf den Namen des dreieinigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft. Der Täufling wird so in den größtmöglichsten Lebenszusammenhang gestellt und über alle menschlichen Festlegungen und Einschränkungen gehoben.
Das Datum
Eine Kerze, die an die Taufe erinnert, sollte möglichst das Taufdatum enthalten. Wie man andere wichtige Jahrestage feiert, kann man auch den Tauftag begehen. Das Entzünden der Taufkerze bietet einen Ansatzpunkt dazu. Das Kind wird Fragen stellen und eröffnet Ihnen die Möglichkeit, von Gott zu erzählen, mit dem es durch die Taufe verbunden ist. Im Laufe der Jahre werden die Fragen anders werden, und Sie werden immer neu und anders von Gott reden müssen. Denn wie die Kerze sich verändert mit der Zeit, muss sich auch der Glaube mit unserem geistigen Wachstum ändern, muss freier, weiter, tiefer und unsichtbarer werden.
Das Symbol
Wer selber eine Kerze verzieren möchte mit Wachsplatten oder auch mit bestimmten Wachsstiften, wird sich Gedanken machen, was auf eine Kerze abgebildet werden kann. Als Motive für die Taufkerze eignen sich Elemente, die mit dem Namen des Täuflings in Verbindung gebracht werden können, ebenso Motive, die Wasser oder Heiligen Geist symbolisieren oder andere christliche Motive.
Vorschläge für mögliche Motive:
Hand (des Schöpfers)
Sie erinnert uns daran, dass wir Gottes Geschöpfe sind und von ihm unser ganzes Leben gehalten werden. Die Hand kann auch eine Geste des Segens sein, den wir von Gott für das Kind wünschen.
"Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein."
(Gen 12,2)
Sonne
Wir Menschen, Tiere und Pflanzen brauchen Licht, um zu leben. Kein Wunder, dass in allen großen Religion das Licht als Gottessymbol gilt. Die Kraft der Sonne bringt immer wieder neues Leben hervor.
Wasser Das Leben ging aus dem Wasser der Urflut hervor und ist immer auf Wasser angewiesen. Ohne Wasser kann kein Leben wie wir es kennen in dieser Weise existieren.
Fisch
In den ersten Jahrhunderten verwendeten die Christen als Erkennungszeichen nicht das Kreuz, sondern den Fisch. Da Jesus viele seiner Jünger aus einem Kreis von Fischern berufen hatte, lag dieses Zeichen einfach nahe. Vor allem aber enthält das griechische Wort für Fisch (Ichthys) ein verstecktes Glaubensbekenntnis. Zerlegt man das Wort in seine Einzelteile (I- ch- th- y- s), gewinnt man die Anfangsbuchstaben einer sehr verdichteten Glaubensformel:
griechisch: Iesous christos theou yios soter
deutsch: Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter.
Kreuz Das Kreuz ist für die Christen das Zeichen der Überwindung des Todes. Denn Jesus ist zwar am Kreuz gestorben, aber auch wieder auferstanden am Ostermorgen.
Die Lebensbewegung Christi wird allen Christen mit der Taufe auf den Leib geschrieben. Indem wir "untergetaucht" und aus der Taufe gehoben werden, wird erfahrbar, dass die Geschichte Jesu unsere Geschichte ist. Auch in uns ist eine göttliche Lebensmacht, die stärker ist als alle zerstörerischen Kräfte.
Wer das für sich annimmt, kann ein realistisches Vertrauen in das Leben aufbauen. Nicht vor Gefahren die Augen verschließen, aber sich auch nicht von Angst beherrschen lassen - das ist die Balance, zu der der Glaube uns führen will.
Regenbogen Am Ende der Sintfluterzählung setzt Gott den Regenbogen als Zeichen seines Bundes ein. Er erinnert die Menschen, dass Gott nie mehr eine Flut über die Erde bringen wird, die alles Leben auslöscht. Der Regenbogen erinnert uns Menschen aber ebenso, dass wir versuchen so zu leben, dass wir uns, den Tieren und Pflanzen und nachfolgenden Generationen durch unseren Egoismus und Bosheit nicht die Lebensgrundlage wegnehmen.
Taube
In der Geschichte von der Taufe Jesu wird erzählt, dass der Geist „wie eine Taube“ auf Jesus herabkommt. Entscheidend ist hier nicht die Gestalt des Vogels, sondern die Taube ist hier nur ein Versuch ein Bild zu wählen, für das Unfassbare des „Heiligen Geistes“.
Es gibt vielerlei Weisen Gott zu erspüren und zu erfahren. Er begegnet uns in einem Menschen, einem Lied oder einem besonderen Augenblick ... Doch er ist nie in einer festen Form zu fassen. Der Geist Gottes ist genauso real und zugleich ungreifbar wie die Liebe.