Grundlegendes

 

Die Symbole der Taufe

Wasser:
Wasser ist die Quelle allen Lebens. Ohne Wasser kann es kein Leben geben. Seit Urzeiten haben sich Menschen in der Nähe von Flüssen, Bächen und Quellen niedergelassen. Denn dort kann am ehesten Gemeinschaft entstehen. Wasser ist lebensnotwendig und nützlich. Es hat aber auch Kraft und kann gefährlich werden. Mit Wasser werden Staub und Schmutz abgewaschen. Wasser erfrischt und macht rein. In der Taufe wird darum sichtbar: So, wie wir das Wasser zum Leben brauchen, so brauchen wir Gott. Aus der Zuwendung Gottes können wir ein Leben lang schöpfen.
 


Taufkleid
In manchen Familien gibt es Taufkleider, die von Generation zu Generation weiter gegeben werden. Traditionelle Taufkleider sind wie hinten offen, weil Sie erst nach der Taufe übergezogen werden. Das weiße Kleid ist ein Symbol dafür, dass das ewige Leben, das Gott dem Kind mit der Taufe erschließt, über die finsteren Gefahren der Welt hinausreicht. Falls kein Taufkleid in der Familie vorhanden ist, wird ihnen natürlich eines von der Pfarrgemeinde für diese Zeremonie zur Verfügung gestellt.
 

  
Chrisam:
Im alten Israel wurden die Könige von Propheten gesalbt, was hieß, dass sie von Gott in ihrem Amt bestätigt werden. Das heilige Öl ist Zeichen der Stärkung und Würde. Es wird deshalb auch bei der Firmung und der Priesterweihe verwendet. "Christ" heißt "der/die Gesalbte"!
 
   
 
Effata-Ritus (hebräisch: „öffne dich“)
Der Priester berührt Ohren und Mund des Kindes, als Zeichen dafür, dass es berufen ist, auf Gottes Wort (Bibel) zu hören und im Leben den Glauben zu bekennen.
 
 

Taufkerze

Im Vorfeld der Taufe sollte eine Taufkerze von Ihnen besorgt werden. Möglichkeit hierfür gibt es in vielen Kerzenläden (z.B. bei Klöster und Wallfahrtsorten - Walldürn) oder in einem Bastelgeschäft.
   

In den letzten Jahren verwendeten wir gerne die Taufkerze weiter bei der Feier der Erstkommunion, um so die Beziehung zwischen Taufe und Erstkommunion über dieses Symbol herzustellen. Hierfür wäre eine schmale und längliche Kerze geeigneter als eine kleine Stumpenkerze.

Sehr gerne kann die Taufkerze auch selbst gestaltet werden. Was z.B. für die Patin oder den Paten eine innere Vorbereitung auf die Taufe sein kann.

Wie wird eine Kerze zur Taufkerze?
Auf der Kerze sollte zu sehen sein:
- der Name des Kindes
- das Taufdatum
- ein Taufsymbol

Die Kerze
Weil das Licht und die Sonne, ebenso wie das Wasser, grundlegend für alles Leben auf unserer Erde ist, wird das Licht wird in fast allen Religionen mit dem Göttlichen in Verbindung gebracht oder sogar ihm gleichgesetzt.
Neben der Sonne, die uns Licht und Wärme schenkt, haben die Menschen gelernt in kleinem Maße die Dunkelheit zu erhellen. Bevor es das elektrische Licht gab, war der Schein einer Kerze eine Möglichkeit Licht ins Dunkel zu bringen.
In den Gottesdiensten spielt die Kerze eine wichtige Rolle. Sie ist mehr als nur eine Lichtquelle. Wenn wir eine Kerze beobachten, wird deutlich, wie die Kerze weniger wird, sie verzehrt sich und gibt von ihrer eigenen Substanz und schenkt Wärme und Licht.
Die Christen sehen Jesus als das „Licht der Welt“ (Joh 8,12), weil an ihm das „Grundgesetz des Lebens“ besonders klar wird: „Wer sein Leben zu retten sucht, wird es verlieren. Aber wer sein Leben hingibt, der wird es gewinnen.“
Jesus aber hat alle Menschen aufgerufen, ihr Lebenslicht strahlen zu lassen: „Ihr seid das Licht der Welt. Man zündet nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.“ (Mt 5,14a.15)
Die Taufkerze sagt also:
Wer Christus folgt, der sitzt nicht im Dunkeln, sondern wird das Licht des Lebens haben. Wie die Kerze sollen wir unser Leben gestalten. Als Christen sollen wir unser Licht ausstrahlen, und Kraft und Zeit für andere verschenken.
Die Taufkerze begleitet den Täufling auf seinem weiteren Lebensweg. In den verschiedensten Lebenssituationen kann sie deshalb auch angezündet werden. Z. B. wenn es einem sehr schlecht geht und man vor lauter Dunkelheit kein Weg mehr sieht oder eine Krankheit das Leben schwer macht. In solchen Momenten kann das kleine Licht der Taufkerze ein Funke Hoffnung sein, dass wir durch die Taufe ganz eng mit Jesus Christus verbunden sind.
Die Taufkerze kann aber ebenso an feierlichen Ereignissen angezündet werden. In unserer Seelsorgeeinheit tragen die Kinder bei der Erstkommunion ihre Taufkerze, um an diesem Tag sich noch einmal an die eigene Taufe zu erinnern und zeigen so die Verbindung von Taufe und Kommunion – Gemeinschaft mit Jesus Christus.
Es ist daher ratsam, wenn die Taufkerze eine etwas längere Kerze ist, die die Kinder später gut tragen können.

Der Name
Der Name spielt eine ganz wichtige Rolle, denn mit dem Namen werden wir für andere ansprechbar. Wir sind keine Sache oder Nummer, sondern unser Name ist Ausdruck unserer menschlichen Würde und Persönlichkeit. Durch den Namen werden wir unverwechselbar. Eltern die einen Namen für ihre Kinder aussuchen, wollen ihrem Kind etwas mit auf ihren Lebensweg geben. Wir kennen von anderen Völkern, bei denen die Jugendlichen, die sich bewährt haben, einen neuen Namen für ihr Leben als Erwachsener bekommen. Ein Name, der ausdrückt, was diesen Menschen besonders auszeichnet und einzigartig macht.
Bei der Taufe wird ein Mensch mit seinem Namen angeredet. Vor Gott wird die Würde und Persönlichkeit des Einzelnen geachtet. Zugleich wird der Täufling auf den Namen des dreieinigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft. Der Täufling wird so in den größtmöglichsten Lebenszusammenhang gestellt und über alle menschlichen Festlegungen und Einschränkungen gehoben.

Das Datum
Eine Kerze, die an die Taufe erinnert, sollte möglichst das Taufdatum enthalten. Wie man andere wichtige Jahrestage feiert, kann man auch den Tauftag begehen. Das Entzünden der Taufkerze bietet einen Ansatzpunkt dazu. Das Kind wird Fragen stellen und eröffnet Ihnen die Möglichkeit, von Gott zu erzählen, mit dem es durch die Taufe verbunden ist. Im Laufe der Jahre werden die Fragen anders werden, und Sie werden immer neu und anders von Gott reden müssen. Denn wie die Kerze sich verändert mit der Zeit, muss sich auch der Glaube mit unserem geistigen Wachstum ändern, muss freier, weiter, tiefer und unsichtbarer werden.

Das Symbol
Wer selber eine Kerze verzieren möchte mit Wachsplatten oder auch mit bestimmten Wachsstiften, wird sich Gedanken machen, was auf eine Kerze abgebildet werden kann. Als Motive für die Taufkerze eignen sich Elemente, die mit dem Namen des Täuflings in Verbindung gebracht werden können, ebenso Motive, die Wasser oder Heiligen Geist symbolisieren oder andere christliche Motive.

Vorschläge für mögliche Motive:

Hand (des Schöpfers)
Sie erinnert uns daran, dass wir Gottes Geschöpfe sind und von ihm unser ganzes Leben gehalten werden. Die Hand kann auch eine Geste des Segens sein, den wir von Gott für das Kind wünschen.
"Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein." (Gen 12,2)

Sonne
Wir Menschen, Tiere und Pflanzen brauchen Licht, um zu leben. Kein Wunder, dass in allen großen Religion das Licht als Gottessymbol gilt. Die Kraft der Sonne bringt immer wieder neues Leben hervor.


Wasser
Das Leben ging aus dem Wasser der Urflut hervor und ist immer auf Wasser angewiesen. Ohne Wasser kann kein Leben wie wir es kennen in dieser Weise existieren.

Fisch
In den ersten Jahrhunderten verwendeten die Christen als Erkennungszeichen nicht das Kreuz, sondern den Fisch. Da Jesus viele seiner Jünger aus einem Kreis von Fischern berufen hatte, lag dieses Zeichen einfach nahe. Vor allem aber enthält das griechische Wort für Fisch (Ichthys) ein verstecktes Glaubensbekenntnis. Zerlegt man das Wort in seine Einzelteile (I- ch- th- y- s), gewinnt man die Anfangsbuchstaben einer sehr verdichteten Glaubensformel:
griechisch: Iesous christos theou yios soter
deutsch: Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter.

Kreuz
Das Kreuz ist für die Christen das Zeichen der Überwindung des Todes. Denn Jesus ist zwar am Kreuz gestorben, aber auch wieder auferstanden am Ostermorgen.
Die Lebensbewegung Christi wird allen Christen mit der Taufe auf den Leib geschrieben. Indem wir "untergetaucht" und aus der Taufe gehoben werden, wird erfahrbar, dass die Geschichte Jesu unsere Geschichte ist. Auch in uns ist eine göttliche Lebensmacht, die stärker ist als alle zerstörerischen Kräfte.
Wer das für sich annimmt, kann ein realistisches Vertrauen in das Leben aufbauen. Nicht vor Gefahren die Augen verschließen, aber sich auch nicht von Angst beherrschen lassen - das ist die Balance, zu der der Glaube uns führen will.

Regenbogen
Am Ende der Sintfluterzählung setzt Gott den Regenbogen als Zeichen seines Bundes ein. Er erinnert die Menschen, dass Gott nie mehr eine Flut über die Erde bringen wird, die alles Leben auslöscht. Der Regenbogen erinnert uns Menschen aber ebenso, dass wir versuchen so zu leben, dass wir uns, den Tieren und Pflanzen und nachfolgenden Generationen durch unseren Egoismus und Bosheit nicht die Lebensgrundlage wegnehmen.

Taube
In der Geschichte von der Taufe Jesu wird erzählt, dass der Geist „wie eine Taube“ auf Jesus herabkommt. Entscheidend ist hier nicht die Gestalt des Vogels, sondern die Taube ist hier nur ein Versuch ein Bild zu wählen, für das Unfassbare des „Heiligen Geistes“.
Es gibt vielerlei Weisen Gott zu erspüren und zu erfahren. Er begegnet uns in einem Menschen, einem Lied oder einem besonderen Augenblick ... Doch er ist nie in einer festen Form zu fassen. Der Geist Gottes ist genauso real und zugleich ungreifbar wie die Liebe.
 
 

Die Bedeutung der Taufformel

Ich taufe dich in den Namen des Vaters ...
Zunächst einmal wird der Mensch durch die Taufe mit Gott verbunden. Nachdem die Eltern oder Paten am Taufstein den Namen des Kindes genannt haben, wird dieser Name vom Pfarrer mit dem Namen des dreieinigen Gottes "versprochen", das heißt der Name Gottes und der des Täuflings werden auf sprachliche Weise miteinander verbunden oder verflochten. So wird bewusst gemacht, dass dieses Kind (wie jeder Mensch) ein Kind Gottes und damit etwas Heiliges ist.

Diese Anerkennung, ein Gotteskind zu sein, kann niemals genommen werden. Die Würde, von Gott geliebt zu werden, können wir unter keinen Umständen verlieren - was immer auch geschieht und was immer wir tun.

Der Segen, der bei der Taufe gesprochen wird, ist freilich keine Schutzimpfung, die alle Schwierigkeiten von uns fernhält. Gott bewahrt uns nicht vor Gefahren, die nun mal zum Leben dazugehören; aber er kann uns "in" Gefahren bewahren, insofern äußeres Leid uns nicht innerlich zerstören muss. Das Vertrauen auf die unverlierbare Liebe Gottes kann zu einer seelischen Festigkeit führen, mit der man Krisensituationen überstehen kann.

... und des Sohnes ...
Die Taufe ist auch der Beginn eines Lebens als Christ: Das wird besonders durch das Element des Wassers deutlich gemacht. Ursprünglich war mit dem Taufritus ein wirkliches Untertauchen verbunden, wie es bei orthodoxen Kirchen oder bei den Baptisten noch heute praktiziert wird (taufen = tauchen). Mit Rücksicht auf die Kinder deutet man in der katholischen und evangelischen Praxis das Untertauchen nur noch an durch ein Übergießen mit Wasser.

Gemeint ist damit aber nach wie vor dasselbe:
Taufen ist ein Hineinnehmen in die Lebensbewegung Christi: Wie Christus hinabgestiegen ist in das Reich des Todes, so wird jeder Täufling in das auflösende Chaoselement des Wassers untergetaucht; und wie Christus auferweckt wurde von den Toten, so wird auch der Täufling liebevoll und behutsam aus der Taufe gehoben.

Die Botschaft ist klar, aber auch hart: Als Christen werden wir durch die Taufe mit der realistischen Einsicht in die grundsätzliche Gefährdung unseres Lebens konfrontiert. Das Einzige was von Anfang an klar ist, ist das wir irgendwann sterben werden. Erst auf der Basis dieser Einsicht gewinnt der Glaube an die Auferstehung an Bedeutung. Als Christen gehen wir nicht auf einen dunklen Horizont zu. Obwohl wir die Realität des Untergangs anerkennen, haben wir ein realistisches Vertrauen in das Leben, das all unsere Ängste überwinden kann.
Der harte Aspekt wird angesichts der Taufe von Kindern oft unterschlagen - zu Unrecht. Eltern spüren sehr wohl die Gefährdung, die ihr Kind von Mutterleibe an umgibt. Der Anfang eines Lebens ist mit Schmerzen und realen Gefahren verbunden. Und mit seelischen Todesängsten, weil das Kind aus der paradiesischen Geborgenheit im Mutterleib ausgetrieben wird, ohne sich die lichte Weite der Welt, in die es geboren wird, auch nur im Geringsten vorstellen zu können. Leben bedeutet immer auch Loslassen, vom ersten Atemzug an. Diese grundlegende Wahrheit hat Jesus immer wieder gelehrt: Wer sein Leben bewahren will, der wird es verlieren; wer das ewige, das wahrhaftige Leben finden will, der muss immer wieder bereit sein, sein Leben loszulassen.



...und des Heiligen Geistes
Taufe ist schließlich auch die Aufnahme in die Kirche. Während die Taufe früher oft als rein familiäre Feier in der Kirche oder auch im Haus der Eltern stattfand, ist sie heute fest im Gottesdienst verankert. Damit wird der Aspekt der Aufnahme in eine Gemeinschaft betont, die sich bemüht, den heilsamen Geist Gottes lebendig werden zu lassen. Die Gemeinschaft, in die ein Täufling aufgenommen wird, ist freilich mehr als nur die Kirchengemeinde vor Ort. Es ist die große, weltweite Kirche, die man als ein Schatzhaus der Weisheit des Lebendigen verstehen kann. Das Christentum hat eine Tradition von Werten hervorgebracht, die zumindest für die westliche Welt nach wie vor grundlegend sind: die 10 Gebote als Lebensregeln, die Bedeutung der Liebe, Vergebung statt Rache, Hilfe für Notleidende...

Mit der Taufe wird ein erster Schritt getan, um dem Täufling den Reichtum der religiösen Traditionen als Lebenshilfe zu erschließen. Damit sich dieser Keim entwickelt, muss ein getauftes Kind freilich etwas von seiner Taufe und deren Bedeutung für sein Leben erfahren. Darum werden Eltern und Paten bei der Taufe auf ihre Verantwortung für die christliche Erziehung des Täuflings hingewiesen. Auch die Kirchengemeinde versucht durch ihre Bildungsangebote und insbesondere durch den Religionsunterricht, die Vorbereitung auf die Erstkommunion und Firmung, die Entwicklung einer heilsamen Lebenshaltung zu fördern.

Eintauchen in die Gemeinschaft mit Christus.
Von ihren Anfängen an haben sich Christinnen und Christen durch die Taufe zu ihrem Glauben bekannt – gerade zu Zeiten der Christenverfolgung, als dies mit hohen persönlichen Risiken einherging.
Auch Jesus wurde getauft – von dem Prediger Johannes, den wir heute als „Johannes den Täufer“ kennen. Johannes war wie viele andere Menschen seiner Zeit der Auffassung, dass ein gerechtes Leben nötig sei, um vor Gott bestehen zu können.
Als Zeichen der Abkehr von einem gottesfernen Leben taufte Johannes die Täuflinge im Fluss Jordan. Das Untertauchen und anschließende Wiederauftauchen symbolisierte die Wende im Dasein und den Anfang eines neuen, befreiten Lebens, umschlossen und beschützt von Gottes Liebe. Diese Bedeutung spiegelt sich bis heute im Gebrauch des Taufwassers wider.
Eine neue Dimension erlangte die Taufe mit dem Glauben an die Auferstehung Jesu Christi. Denn seitdem steht sie auch für die Botschaft der Erlösung und des ewigen Lebens. Seit dieser Zeit bedeutet die Taufe außerdem die Aufnahme des Täuflings in die Gemeinschaft der Kirche. Im Matthäus-Evangelium steht, wie Jesus seine Jünger mit der Taufe beauftragt:

„Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.
Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker:
Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und
des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich
euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage
bis an der Welt Ende.“ (Matthäus, Kapitel 28, Vers 18–20)